Farne für mehr Abwechslung im Garten

veröffentlicht am 22. Juli 2016 22:49 von Beate
Farnwedel

Farne sind echte Urgesteine unter den Pflanzen und für viele Standorte geeignet. Mit ihren vielfältigen Wuchsformen, Farben und Blattstrukturen bereichern sie jeden Garten.

Als ursprüngliche Waldbewohner lieben die meisten Farne halbschattige oder schattige Plätze mit nährstoffreichem, feuchtem Boden und hoher Luftfeuchtigkeit. Sie vertragen keine trockenen Böden, austrocknende Winde und pralle Sonne. Deshalb fühlen sie sich unter unseren alten Bäumen und Sträuchern recht wohl. Die Lichtverhältnisse und das Zusammenspiel mit schattenliebenden Stauden bringen diese Bereiche besonders gut zur Geltung. Sehr schöne Effekte erzielst Du dort mit Farnen. Mit ihren gefiederten Blättern, dem Farbenspiel ihrer Grüntöne und der Vielfältigkeit ihrer Formen beleben sie die schattigen Flächen.

Farnwedel

Die Sommergrünen unter den Farnen treiben erst Ende Mai aus. Aus einem Rhizom, einer unterirdischen Sprossachse, wachsen bei den meisten Arten trichterförmige Blattschöpfe oder sie bilden über verzweigte Rhizome Ausläufer, die sich wie beim Straußenfarn rasenartig ausbreiten. Die winter- und immergrünen Farne überdauern die winterliche Wachstumsruhe.

entrollender Farnwedel

Die Blätter der Farne, die als Wedel bezeichnet werden, sind im Austrieb wie ein Bischofsstab nach vorn eingerollt und entfalten sich erst allmählich. Die Wedel sind meist zerteilt. Je nach Sorte werden einfach gefiederte und mehrfach gefiederte Formen unterschieden. Auf den Blattunterseiten sitzen sogenannte Spreuschuppen (Schuppenhaare), die den jungen Wedel vor Verdunstung und Verletzung schützen. Farne blühen nicht und bilden deshalb auch keine Samen. Sie vermehren sich ungeschlechtlich über Sporen.

Sorgen um Schnecken, Raupen, Pilze oder Läuse brauchst Du dir bei den Farnen nicht machen, sie sind weder krankheits- noch schädlingsanfällig.

Widerstandsfähiger Wurmfarn

Farnkolonie

Im Böschungsbereich hinter unserem Bergahorn hat sich im Laufe der Jahre eine ganze Kolonie von Wurmfarnen entwickelt. Der sommergrüne Wurmfarn bildet trichterförmige Horste um ein kurzes schief wachsendes braunes Rhizom. Die Wedel der breitbuschigen Horste wachsen straff aufrecht, nur ihre Spitzen hängen leicht bogig über. Wurmfarn wird etwa 1 m hoch. Seine Wedel sind doppelt gefiedert. Ihre Oberseite ist dunkelgrün, die untere Seite etwas heller. Mit Beginn des Winters vergilben die Wedel. Ich schneide sie erst im Frühjahr, kurz bevor sich die neuen Sprosse zeigen, zurück. Zusammen mit dem Falllaub tragen sie zur Humusbildung in der Pflanzung bei.

Edler Hirschzungenfarn

Hirschzungenfarn

Mein liebster Farn ist der Hirschzungenfarn. Vor fünf Jahren habe ich etwa zwanzig dieser Farne in meiner Hortensien-Anpflanzung gesetzt. Inzwischen haben sie sich dort zu kräftigen Horsten entwickelt. Im Gegensatz zu den meisten seiner Verwandten hat der Hirschzungenfarn ungeteilte, ganzrandige, zungenartige Wedel. Die Horste des Hirschzungenfarns sitzen auf kurzen Rhizomen. Sie sind trichterförmig, etwa 50 cm hoch und buschig. Seine ledrigen, glänzenden Wedel verändern im Laufe des Jahres ihre Farbe von einem hellen Grün direkt nach dem Austrieb zu einem dunklen Grün, das den Winter überdauert. Auf der Unterseite der Blätter sitzen die Sporenbehälter. Der Hirschzungenfarn fühlt sich als Einzelpflanze oder in Gruppen im Schatten und Halbschatten von Gehölzen mit humusreichem Boden sehr wohl. Er ist unkompliziert in der Pflege, da er nicht beschnitten werden muss. Außerdem trägt im Winter das abgefallene Laub der Hortensien-Sträucher zur Humusbildung bei.

Hirschzungenfarn

Während der Sommermonate sind die meisten Hirschzungenfarne unter den dicht belaubten Hortensienbüschen versteckt. Doch während der übrigen Monate stehen die buschigen Farnnester mit ihren bodendeckenden Eigenschaften, in einem schönen Kontrast zu den Hortensien-Sträuchern.

Wirkungsvoller Rotschleierfarn

Der aus Ostasien stammende Rotschleierfarn gehört zu meinen neuesten Errungenschaften. Leider hat von den drei neuen Farnen nur einer überlebt. Vielleicht habe ich sie zu flach gesetzt. Denn mit Ausnahme kriechender Farne, sollen alle übrigen etwas tiefer, als ursprünglich im Topf gepflanzt werden.

Rotschleierfarn

Immerhin hat sich der einzelne Rotschleierfarn im Beet zwischen den Elfenblumen gut entwickelt. Besonders attraktiv wirkt er direkt nach dem Austrieb, wenn seine Wedel rot, grün und gelb gefärbt sind. Sie bilden keinen Trichter. Die Wedel stehen dicht beieinander. Die Stiele sind mit schwarzbraunen Spreuschuppen bedeckt. Der Rotschleierfarn wird etwa 50 cm hoch. Er hat zweifach gefiederte Wedel, die sich bis zum Sommer in ledrig, glänzende, dunkelgrüne Wedel verwandeln. So überdauern sie den Winter. Ich werde ihn in diesem Winter jedoch mit einer Schicht aus Reisig zusätzlich schützen. Sicher ist sicher.

Bodendeckender Tüpfelfarn

Da auf ehemaligen Rasenflächen unter unseren Tannen aufgrund der veränderten Bodenqualität nur noch Moos wächst, habe ich versuchsweise eine kleinere Fläche mit Tüpfelfarnen bepflanzt. Dieser kleine Farn soll sich mit seinen flach kriechenden Rhizomen dort ausbreiten. Tüpfelfarne werden nur etwa 30 cm hoch und bilden dichte mattenartige Teppiche. Sie sind außerdem wintergrün. Ihre einfach gefiederten Wedel sind ledrig und dunkelgrün. Auf ihrer Unterseite sitzen wie kleine Tüpfel ihre Sporenbehälter, an denen die Sporen ausgebildet werden.

junger Tüpfelfarn

Dieser Farn, der auch für die Begrünung der Nordseite von Trockenmauern gut geeignet ist, bevorzugt halbschattige und schattige Standorte mit schwach saurem, mäßig trockenem Boden. Er erträgt auch die Konkurrenz von Gehölzen in seiner direkten Umgebung. Deshalb hoffe ich, dass der Tüpfelfarn mit diesem für viele Pflanzen schwierigen Standort gut zurechtkommt.

Kostbarer Glanz-Schildfarn

Glanz-Schildfarn

Im Schatten der Purpurhasel steht ein noch kleiner, wintergrüner Glanz-Schildfarn. Glanz-Schildfarne gehören zu den attraktivsten Farnen. Sie bilden breite trichterförmige Horste. Ihre rosettenartig angeordneten Wedel reihen sich um das kurze Rhizom. Die Wedel können bis zu 90 cm lang werden. Sie sind zweifach gefiedert, lanzettlich, ledrig, dunkelgrün und auf der Unterseite hellgrün. Der rotbraune Stiel ist mit Spreuschuppen besetzt. Der Farn wächst im nährstoffreichen Boden an halbschattigen und schattigen Plätzen. Frühlingsblühern und Schattengräsern liefert dieser Farn Schutz und den entsprechenden Rahmen. Die alten Wedel des Vorjahres können im April entfernt werden.

Robuster Wald-Frauenfarn

An unseren Gehölzrändern findet sich hin und wieder der sommergrüne Wald-Frauenfarn. Er fällt mit seinen hellgrünen, spitz zulaufenden, zwei- bis dreifach gezähnten Wedeln schnell auf. Seine langen Wedel sind trichterförmig angeordnet. Auch dieser Farn ist sehr anpassungsfähig. Der Wald-Frauenfarn verträgt neben Schattenplätzen auch Standorte in der Sonne. Zwischen Sträuchern oder in großen, schattigen Anpflanzungen fühlt er sich wohl. Besonders dekorativ wirkt er zusammen mit Rhododendren, vor deren dunkelgrünem Laub sich seine hellen Wedel besonders schön abheben. Schon früh im Herbst färben sich die Wedel gelb. Die abgestorbenen Wedel werden dann im Frühjahr entfernt.

Wald-Frauenfarn

Farne erweisen sich als wahre Blattschmuckstauden, die dabei äußerst robust sind. Ob als Sumpffarn im Uferbereich, als Mauerfarn, als Gerüstbildner im Hintergrund oder als kleiner Farn im Vordergrund einer schattigen Anpflanzung , zusammen mit anderen Blattschmuckstauden wie Hostas und Purpurglöckchen oder als Bodendecker aus ausläuferbildenden Farnen, die Einsatzmöglichkeiten von Farnen sind so vielfältig wie ihre Formen und Farbschattierungen.


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